Selbstbestimmt leben – wir helfen e. V.
Für ein Leben, das dort bleibt, wo es zuhause ist

Eine Frau, die mittlerweile auf einem Campingplatz wohnt, in einem heruntergekommenen Häuschen, fußkalt im Winter, Heizung völlig ungenügend, dafür teuer.
Eine Frau mit Ecken und Kanten, alleingelassen von der Familie. Keine Freunde, einige Bekannte in ähnlicher Lage.
In einer Praxis wurden ihr alle Backenzähne gezogen, oben und unten – medizinische Notwendigkeit laut neuem Zahnarzt: sehr fraglich.
Das angefertigte Provisorium hielt nicht, verursachte Kopfschmerzen bis hin zu Schwindel, war unerträglich.
Klar, das kann vorkommen, aber normalerweise klären Zahnärzte darüber auf. Hier nicht. Die Schmerzen der Frau wurden mit dem Provisorium unerträglich.
Statt das andauernde Leid der Dame ernst zu nehmen, zog sie nach Aussage der Patientin völlig unprofessionell ihre Handschuhe aus, knallte sie zu Boden, warf das Provisorium in ihren Mülleimer und empfahl der Dame, sich einen anderen Zahnarzt zu suchen.
Während der Folgemonate wurden sämtliche Vorderzähne locker und müssen nun ebenfalls gezogen werden.
Die AOK darf/kann ihr nicht helfen, weil es hier nur um ein Provisorium ging. Geld für einen eigenen Gutachter hat sie nicht und vor allem nicht die Kraft, einen Prozess zu führen. Ein System, dessen Hürden oft dazu führen, dass die Abgehängten sowieso verlieren: Kraft, Geld und die Zuversicht in ihre Mitmenschen.
Ist es eigentlich das, was wir wollen?
Ein Zahnarzt, nach Patientenerfahrung weder fachlich noch menschlich für den Beruf geeignet, aber jeden Monat ein Einkommen, von dem die Patientin froh wäre, sie hätte es als Jahreseinkommen.
Ein Zahnarzt, der doppelte und dreifache Kosten für die Allgemeinheit erzeugt und dies ungestraft tun kann.
Ein Zahnarzt, der Wut an Patienten auslässt und vermutlich keinen einzigen empathischen Gedanken an den Kummer und das Leid der Patientin verschwendet.
Wenn es das ist, was wir wollen – und es hat den Anschein – dann leben wir bereits in einer Gesellschaft, die für viele nicht mehr als sozial erlebt wird.
Und niemand muss sich wundern, wenn derart im Stich gelassene Menschen jegliches Vertrauen in das soziale Netz verlieren, das sie eigentlich schützen sollte.
Und genau deshalb verwalten wir diesen Zustand nicht nur mit. Wir schauen hin, wo andere wegschauen. Wir lassen sie nicht allein und begleiten sie auf ihrem beschwerlichen Weg.